Vereine und Initiativen

Open Gardens – Offenen Gärten

Die Veranstaltung der „Open Gardens – Offenen Gärten“ wurde erstmalig 2001 in Thüringen ins Leben gerufen und begehen in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum.

Was sind die „Open Gardens – Offenen Gärten“? Private Gärten werden für einen Tag im Jahr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Spektrum ist sehr vielfältig und reicht vom kleinen Hausgarten, über klassische Villengärten, Dach- und Hofgärten, Wassergärten, romantischen Bauerngärten, Schulgärten und vielen mehr.

2001 öffneten erstmalig in Thüringen in Weimar und Eisenach Gärten, seit dieser Zeit kamen beständig neue Städte und Regionen hinzu. Inzwischen beteiligen sich Thüringen 13 Städte und Regionen, von Erfurt und Weimar über Gotha, Mühlhausen bis nach Ranis und Bad Lobenstein, öffnen private und halböffentliche Gärten ihre Pforten für interessierte Besucher.

Organisiert wird diese Veranstaltung vom Arbeitskreis „Open Gardens – Offenen Gärten“, eine Vereinigung von Personen verschiedener beruflicher Ausrichtung aus Gesamtthüringen, in Zusammenarbeit mit dem BDLA, Thüringen e.V. und der DGGL e.V..

Nähere Informationen zu den Terminen in den verschiedenen Thüringer Städten und Regionen sowie das Resümee der „Open Gardens – Offenen Gärten“ vergangener Jahre finden Sie unter: www.offene-gaerten-thueringen.de

Grüne Wahlverwandtschaften e.V.

In und um Weimar schufen fürstlicher Gestaltungsdrang und bürgerliches Engagement im Laufe von Jahrhunderten einen beeindruckenden Bestand an Parkanlagen, Gärten und Grünzügen Die Stadt besitzt dadurch einen außrgewöhnlichen Reichtum an grünen Kostbarkeiten. Natur und Kultur bilden heute in Weimar eine einzigartige Symbiose, die es zu bewahren gilt. Sie bedeutet eine hohe Lebensqualität und Verpflichtung zugleich. Nur wenige Städte bieten solch eine Vielzahl von Orten der Ruhe und Entspannung, die innerhalb weniger Minuten von jedem Punkt der Stadt aus erreichbar sind. Touristen aus aller Welt sind von der außrgewöhnlich intensiven Durchdringung von Kultur und Gartenkunst im städtischen Leben fasziniert. Wie Baudenkmäler, Kunstwerke, historische Bücher und Dokumente erfordern diese Gartendenkmale auch einen verantwortungsvollen Umgang. Achtlosigkeit oder Ãœbernutzung zerstören sie.

Der Verein Grüne Wahlverwandtschaften hat es sich zum Ziel gesetzt, bei der Erhaltung und Pflege der historischen Parks, Friedhöfe und Grünzüge aktiv mitzuwirken. Bürgerliches Engagement soll öffentliches Handeln initiieren und unterstützen. Tragen Sie aktiv dazu bei durch eine Mitgliedschaft bei „Grüne Wahlverwandtschaften e.V.“

Gartenkünstler

Carl Theobald Eulefeld (1818–1877)

Unter dem Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha zeichnete sich Carl Theobald Eulefeld als Oberhofgärtner u.a. für den Entwurf und Leitung der Umgestaltungsarbeiten für die neuen Anlagen am Herzoglichen Museum im „Schlosspark Gotha“ verantwortlich. Bei seinem Vater, dem herzoglichen Hofgärtner Leonhard Eulefeld, hatte er zuerst eine Kunstgärtnerlehre in Reinhardtsbrunn absolviert. Zur weiteren Ausbildung ging Carl Theobald Eulefeld zu Peter Joseph Lenné d. J. (1789–1866) nach Potsdam und Berlin, wo er wichtige gartenkünstlerische Grundlagen vermittelt bekam. Um seine wissenschaftlich-botanischen Kenntnisse zu vertiefen, arbeitete er anschließend ein Jahr im Kgl. Botanischen Garten in Bonn. Nach einer Gesellenreise durch Europa trat er 1841 in den Dienst des Herzogs von Sachsen-Coburg-Gotha und wurde 1846 zum Untergärtner, 1849 zum herzoglichen Hofgärtner auf der Rosenau bei Coburg ernannt. 1870 wurde Eulefeld als Oberhofgärtner nach Gotha versetzt.

Quellen-/ Literaturhinweis:
Scheffler, Jens: Die Anlagen am neuen Museum (Tannengarten). In: Stiftung Schloss Friedenstein (Hrsg.).
Im Reich der Göttin Freiheit. Gothas fürstliche Gärten in fünf Jahrhunderten. Gothaisches Museums-Jahrbuch Bd. 11. Weimar 2007, S. 189-196.

Carl Eduard Petzold (1815–1891)

Nach dreijähriger Lehrzeit in der fürstlichen Gärtnerei Muskau und ersten Arbeiten in und um Eisenach begann Petzold 1844 als Hofgärtner in „Ettersburg“ seinen Dienst am Weimarer Hof. 1845 führte er dort mit Fürst Hermann von Pückler-Muskau den großen Aushau am Ettersberg (Pückler Schlag) durch. Um 1850 erfolgte die Umgestaltung von Teilen des „Tiefurter Parks“ und des „Ilmparks“. Weiterhin war Petzold für die Planungen zur Neugestaltung des „Schlossparks Sondershausen“ verantwortlich. Petzolds Wirkungskreis als Gartenkünstler erstreckte sich zudem auf zahlreiche Anlagen außerhalb Deutschlands. Er verfasste eine Reihe bedeutender gartentheoretischer Schriften und Bücher.

Literatur- und Quellenhinweis:
Rohde, Michael: Von Muskau bis Konstantinopel. Eduard Petzold ein europäischer Gartenkünstler, Dresden 1998.
Gresky, Walter: Eduard Petzold, der Geisteserbe des Fürsten Pückler, als Hofgärtner in Ettersburg und Weimar. Erfurt 1940.

Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871)

Um Pücklers Leidenschaft für die Park- und Landschaftsgestaltung ansatzweise in Worte fassen zu können, musste eigens der Begriff „Parkomanie“ erfunden werden. Nicht nur sein Erbe, sondern auch das seiner Frau Lucie wurden dieser Leidenschaft geopfert.. So reichten beide die Scheidung ein, damit Pückler eine neue zahlkräftige Braut werben konnte. Sein Weg führte ihn hierzu nach England. Englands Gärten machten auf Pückler tiefen Eindruck. Seine Erkenntnisse über Landschaftsgärtnerei und seine Ideen für den Muskauer Park hielt er in den „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“ (erschienen 1834) fest. Und da sich die Muskauer Anlage so trefflich entwickelte, avancierte Pückler zum gefragten Berater. Während seiner Besuche in Thüringen wurde Pückler under anderem bei der Gestaltung der Parkanlagen in „Ettersburg“ und „Wilhelmsthal“ um Rat gefragt. Auch wurde die Gestaltung des Landschaftsparks auf dem „Altenstein“ von Pückler wesentlich geprägt. In allen drei Fällen zeigte sich Pückler mehrfach von den naturräumlichen Gegebenheiten und den hervorragenden Möglichkeiten der landschaftlichen Parkgestaltung begeistert.

Rudolph Reinecken (1846–1928)

Rudolph Reinecken wurde am 1846 in Alsternberg (Ostpreußen) geboren. Nach verschiedenen Tätigkeiten besuchte er von 1869 bis 1871 die Gärtner-Lehranstalt in Potsdam, wo er u. a. von Gustav Meyer zum Gartenkünstler ausgebildet wurde. Danach war Reinecken ein Jahr im Park von Muskau unter „Carl Eduard Petzold“ beschäftigt. Am 1. März 1873 stellte ihn Fürst Heinrich XXII. als Hofgärtner in Greiz ein. Dort war er im Wesentlichen für die landschaftliche Gestaltung des „Greizer Parks“ verantwortlich. Später zum Garteninspektor befördert wurde Reinecken 1920 vom neu gegründeten Land Thüringen übernommen, bis er 1923 nach 50 jähriger Dienstzeit in den Ruhestand trat.

Quellen- und Literaturhinweis:
Scheffler, Jens: Schätze der Pflanzenwelt im Greizer Park. Amtlicher Führer Special. Hrsg. Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. München-Berlin 2009.